Vielfalt ist nichts neumodisches, Vielfalt war immer schon die Normalität. (Teil 1)
Shownotes
Julia Kranz und Chris Schmitz
tagewerk.vogelweide – alsterdorf assistenz west
Evangelische Stiftung Alsterdorf – Menschen sind unser Leben
André Rabe
Roman Barth
Kontakt zur Hamburger Assistenzgenossenschaft eG Allgemein: kontakt@hag-eg.de Für Interesse an Persönlicher Assistenz: assistenzdienstleistung@hag-eg.de Für Interesse Assist zu werden: personalgewinnung@hag-eg.de
Christophe Dahlke
Teilhabeberatung der Hamburgischen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
EUTB der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V.
Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein e.V.
EUTB - Teilhabeberatung der ASBH-Hamburg e.V. (Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida/Hydrocephalus)
EUTB Beratungszentrum - Autonom Leben e.V.
Kontakt zum Verein Autonom Leben e.V. Mail: info@autonomleben.de Telefon: 040 – 33 46 911 -10/-20
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00:00:00: Wie wäre es, wenn wir in einer Welt leben würden, in der keine Person ausgeschlossen wird?
00:00:05: Wünscht sich nicht jeder von uns gleichberechtigt selbstbestimmt und in seiner Individualität akzeptiert zu werden – in vollem Umfang.
00:00:14: An der Gesellschaft teilhaben, teilzunehmen ganz unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religionszugörigkeit, Bildung, eventuellen Einschränkung?
00:00:48: Ist das nicht ein inspirierender Gedanke?
00:00:50: Eine Utopie ist der Entwurf einer möglichen, zukünftigen meist aber fiktiven Lebensform oder Gesellschaftsordnung die nicht an zeitgenössische historisch-kulturelle Rahmenbedingungen gebunden ist.
00:01:02: Meine heutigen Gäste setzen sich genau dafür ein dass es keine Utopien sein muss sondern immer mehr Wirklichkeit wird.
00:01:09: Moin in die Runde stellt euch doch bitte einmal vor.
00:01:13: Ja, moin!
00:01:13: Ich bin Roman und ich bin Geschäftsführer bei der Hamburger Assistenzgenossenschaft.
00:01:18: Wir machen persönliche Assistenzen für Mensch mit Behinderung.
00:01:21: Bin selbst Assistenznäher, liebe also mit Assistenze hier und bestreite so mein Alltag.
00:01:26: Ja moin, ich bin Chris Schmitz, Leiter in Barmberg Süd des Tagewerk Vogelweine, indem wir uns gerade befinden bieten Arbeitsplätze an für vierundzwanzig Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung?
00:01:40: Ja, ich bin Christoph.
00:01:41: Ich arbeite hauptamtlich für den Verein Autonomen Leben
00:01:44: e.V.,
00:01:45: einen selbstbestimmten Zentrum für Menschen mit Behinderungen hier in Hamburg, berate Menschen mit Behinderung, bin selber ein Mensch mit Behnderung und versuche auch in der Politik ein wenig mitzuwirken um da halt der Teilhabe oder der gänzlichen Teilhube immer bisschen herzukommen.
00:02:08: Den Aufmerksamhörern wird es schon aufgefallen sein, dass wir heute über das Thema Inklusion sprechen wollen.
00:02:14: Wo wir stehen was noch fehlt und warum wir alle Teil davon sind.
00:02:19: Mein Name ist Marik Stockitzch.
00:02:20: auf geht's.
00:02:21: Auch unsere heutige Folge strotzt wieder vor Expertise.
00:02:25: Sag doch bitte noch ein zwei Sätze zu eurer Person weil ich wirklich froh bin, dass ihr heute meine Gäste seid.
00:02:30: Ja gerne, also ich lebe seit Jahren mit persönlicher Assistenz.
00:02:34: Ich könnte gar nicht ohne ehrlich gesagt im Alltag klarkommen.
00:02:38: Ich glaube wir gehen darauf später noch mal ein bisschen mehr ein.
00:02:40: Das
00:02:40: tun wir!
00:02:41: Ansonsten habe ich mein Abitur irgendwann gemacht studiert und freue mich jetzt seit fünf oder sechs Jahren.
00:02:47: inzwischen mache schon den Job des Geschäftsführers und das macht Spaß aber ist auch eine ganz schöne Herausforderung im sozialen Bereich.
00:02:55: aktuell
00:02:55: Chris, wie ist das bei dir?
00:02:56: Ich
00:02:57: bin seit thirty-fünf Jahren in diesem Bereich tätig.
00:03:00: In der damals Stiftung Alsterdorf mittlerweile AlsterDorf Assistenz West und in unterschiedlichen Bereichen im Wohnbereich, im Arbeitsbereich tätig und jetzt hier im Bahnberg Süd seit zwölf.
00:03:11: und ja wir versuchen hier für die Menschen Die jeden Tag herkommt Arbeitsangebote im Sozialraum zu initiieren.
00:03:19: Wir haben jetzt schon eben sehr gelacht, also Christoph und Christopher heißt ihr beide?
00:03:25: Ich
00:03:26: hab sogar noch einen E-Amantinisten am Samstag.
00:03:29: Genau!
00:03:31: Und wir hatten eben schon öfter den Fall dass bei der Ansprache Chris sich beide angesprochen gefühlt haben.
00:03:37: Also nicht wundern falls uns das heute noch öfter passiert.
00:03:39: Also Christoph!
00:03:42: Genau ich habe tatsächlich früher auch mal lange SCR in der Stiftung Alserdorf gearbeitet, da hieß es noch Stiftungen Alserdorff.
00:03:48: Da war ich damals auch noch Fußgänger und hab auch im Wohnbereich gearbeitet später dann im sogenannten Bereich Hamburg statt also außerhalb des Zentralgeländes habe dann irgendwann den Sozialbereich verlassen, habe sehr viel Eventmanagement gemacht, haben sehr viel in der Gastronomie wenig viel unterwegs gewesen also den sozialen Bereich komplett verlassen.
00:04:07: und als meine eigene Erkrankung weiter durchgeschlagen hat konnte ich halt auch das nicht mehr machen irgendwie zu gucken, was kann ich denn jetzt machen?
00:04:17: Bin dann im Arbeitsbereich gelandet.
00:04:19: Irgendwann bei der Hamburger Arbeitsassistent und als das auch nicht mehr ging, hab' ich tatsächlich einen guten Hafen gefunden in einer selbstbestimmten Bewegung wo ich glücklicherweise daran arbeiten kann, wo ich einfach viel zurückgeben kann von dem, was mir selber entgegen gebracht worden ist an Hilfen damals auch als erlangerziehender Vater.
00:04:37: Genau also Alstherdorf!
00:04:38: Wir sind sozusagen eben meine Kollegen Chris.
00:04:43: Das ist wichtig, dass wir die Zuhörenden von Anfang an mitnehmen.
00:04:46: Und ich habe mir zum Beispiel selber auch vorher noch nie die Frage gestellt, wo der Unterschied zwischen Inklusion und Integration ist?
00:04:53: Vielleicht sollten wir zu Beginn einfach mal mit dieser Begrifflichkeit aufräumen.
00:04:58: Wollt ihr mal Licht ins Dunkel
00:04:59: bringen?".
00:05:00: Also die Begrifflichkeiten sind eigentlich relativ klar definiert.
00:05:03: also man hat ja in der Vergangenheit gerade im Bildern politisch auch davon gesprochen immer von Integration.
00:05:08: Integration heißt im Prinzip nichts anderes als das die Menschen dabei sein dürfen oder dabei sein können und Inklusion ist halt sozusagen das Fulfillment, also der weitere Gedankengang dass die Menschen nicht nur dabei sein dürfen sondern auch darüber bestimmen können.
00:05:24: was in ihrem Leben wichtig ist und was vor allem auch nicht.
00:05:27: Und darüber bestimmen können, selber Fehler zu machen und halt dafür sämtliche Hilfen – ob das jetzt personelle Hilfen oder materielle Hilfen durch Hilfsmittel sind oder durch Einrichtung -, dass da irgendwie dann dieser Weg geebnet wird.
00:05:38: Also ich bin nicht nur dabei sondern ich kann auch bestimmen wie ich dabei bin.
00:05:42: Habt ihr noch etwas hinzuzufügen?
00:05:44: Nö!
00:05:44: Das trifft es sehr gut.
00:05:46: Die Frage ist tatsächlich der spannende Teil kommt ja danach.
00:05:49: Ja,
00:05:50: also kann man das so zusammenfassen bei Integration wird eine Gruppe für ein System vorbereitet und bei der Inklusion geht es darum, das System für den Menschen vorzubereiten.
00:06:01: Kann man das so sagen?
00:06:03: Also, was natürlich jetzt beim Podcast ein bisschen schwierig ist.
00:06:06: Ich gebe auch Workshops für Firmen zum Beispiel und wenn das Thema kommt... Was ist denn eigentlich der Unterschied?
00:06:11: Dann habe ich immer so einen Schaubild.
00:06:12: Ich versuche es mal zu beschreiben.
00:06:14: Wenn man sich mehrere Blasen vorstellt die eine Blase ist gefüllt mit blauen Punkten Die eine Blasse ist gefüllt mit Orangenpunkten Die dritte Blase gefüllt gelben Punkten.
00:06:23: Und Integration wäre dann, wenn man diese drei Blasern einfach zusammenfässt aber in ihren Gruppierungen lässt.
00:06:28: Wenn du von Inclusion sprichst sind nicht nur diese drei blasen zusammengefasst sondern diese Blasen werden aufgebrochen und befinden sich in einer Blase, sodass es ein unterbundes Gepunkte in der Mitte gibt.
00:06:40: Inklusion vielleicht auch noch mal beschränkt sich... das ist oftmals ein Fehlergedanke ...beschenkt sich ja nicht nur auf Behinderung.
00:06:45: also inklusion bedeutet ja auch dass die Inbezugnahme aller Menschen egal von abhängig vom Geschlecht Hautfarbe Sexualität Mann Frau Groß Klein Alt Jung Das ist eigentlich der Inklusionsgedankel wenn man den auf Menschen bezieht
00:06:59: Ja und wenn man das so nackt ausspricht ich glaube es gibt auch sonst keinen Menschen, der es nicht schön finden würde.
00:07:04: Wenn das System für den Mensch für ihn selber gemacht wird und statt dass man einfach nur integriert da Fremdkörper also ich überspitze das jetzt aber einfach denn eben nur Teilhaber sein darf
00:07:14: oder die ganzen ist.
00:07:16: Ja jeder möchte dazugehören.
00:07:17: Was haltet ihr davon wenn wir von Anfang an das aufrollen?
00:07:22: Und mal im Kindergarten anfangen und zusammentragen was der Unterschied ist zwischen normalen Kindergaten und welche Vorteile zum Beispiel ein inklusiver?
00:07:31: Also ich dachte, wir machen das einmal so durchs Leben ein bisschen chronologisch um den Zuhörnern mit reinzuführen.
00:07:37: Mit dem Ergebnis dass vielleicht auch jeder am Ende des Lebens selber bedürftig ist.
00:07:42: also man braucht ja keine Einschränkung oder Behinderung um irgendwann auch auf Hilfe von außen angewiesen zu sein.
00:07:48: Will jemand damit mal anfangen oder seid ihr da nicht so ein Thema?
00:07:51: Kinderbereich
00:07:51: ist jetzt ein Bereich, wo ich nicht so viel Erfahrung habe.
00:07:54: Da kann es
00:07:54: gar nicht so sein... Ja auch an Schule!
00:07:55: Ich denke Thema Kindergarten-Schule.
00:07:57: Nein, das will mich jetzt nicht vordrängen und schon wieder irgendwie sehe ich so letztendlich Kinderbereich bzw.
00:08:02: Kindergaten oder man kann ja sogar so früher anfangen Nachbarschaft.
00:08:06: Das ist ja ein ganz normaler gesellschaftlicher Beginn.
00:08:09: also da sind wir alle einmal gewesen erst bei Mama und Papa dann irgendwann im Kindergartensow.
00:08:14: und was halt in den vergangenen Jahrzehnten sich viel in der Gesellschaft etabliert hat, dass man da auch behinderte Menschen von eben nicht behinderten Menschen trennt.
00:08:23: Und dann halt auch dem Argument das es halt besondere Bedürfnisse gibt von Menschen mit Behinderung oder Kindern mit Behindungen und so weiter.
00:08:30: aber wichtig ist und da sind wir bei den Punkt Inklusionskindergarten ist natürlich auch der Kontakt.
00:08:35: Dass Kinder miteinander spielen, dass Kinder Diversität einfach kennenlernen.
00:08:40: Ich bin auch öfter mal in Grundschulen unterwegs oder auch im Kindergärten unterwegs meine Birke an und keine Birke sieht aus wie die andere Birke, aber trotzdem sind es halt irgendwie alles Birken.
00:08:51: Die eine ist groß, die andere ist dick, die anderen ist dünn, die einen ist klein und wir auch immer.
00:08:55: Und wenn ich so an den Kindergarten von meinem Sohn zum Beispiel denke, er hat ein Freund gehabt mit dunkler Hautfarbe der wurde geärgert ohne Ende.
00:09:02: Aber nur für zehn Minuten danach haben sie gespielt und den Unterschied, den wir halt von Anfang an lernen das ist halt Unterschiede unter uns gibt denen setzen wir Erwachsenen konsequent durch dann bis zum Schluss
00:09:13: also den Unterschied als normal zu akzeptieren Diversität
00:09:16: als normal zu akzeptieren, genau.
00:09:18: Ich finde das auch immer schwierig wenn dann gesagt wird dass sowas Leistungshindern für die anderen ist.
00:09:24: ich glaube da wird auch viel unterschiedliches in einen topf geschmissen.
00:09:26: ich glaube nicht dass das zwingt damit zu tun hat denn auch da haben wir wieder das das System soll ja für das kind passen und nicht das Kind soll in das system passen
00:09:35: was
00:09:35: wohl möglich eben gar nicht darauf ausgerichtet ist ganzen unterschiedlichen individuellen abzudecken.
00:09:40: also
00:09:40: ich glaube finde ich da vielleicht noch einsatz zu sagen habe nicht so wieder an meinen son denkt er mit einem behinderten Vater groß geworden ist.
00:09:47: Er selber ist nicht behindert, hat keine Beeinträchtigung und meine neue Partnerin also nach seiner Mutter ist halt blind und es war halt immer so dass er natürlich gewisse Sachen mitmachen musste oder für uns machen musste die wir halt nicht können.
00:10:01: welche Geschichten die ich nicht tragen konnte oder die seine neue Mutter dann einfach nicht sehen konnte.
00:10:06: das war immer so aber ist immer so geblieben dass wir die Erwachsenen waren so und die Verantwortung getragen haben aber er trotzdem was für ohne die Verantwortung jetzt mal tragen zu müssen.
00:10:16: Und wenn man so ein Spagat gut hinkriegt, dann wird einfach wunderbarer Junge wie Erdhaus, der da glaube ich schon auch was mitgenommen hat.
00:10:24: Also eben genau diese ganz normale... also er redet gar nicht davon dass es eine Diversität gibt.
00:10:30: für ihn ist das irgendwie so über is halt so und das hat sich sogar durchgezogen bis in seinen Freundeskreis.
00:10:35: Ja wie du sagst, das fördert Respekt, Toleranz, soziale Mitverantwortung.
00:10:39: Komplett, ja.
00:10:40: Ein
00:10:41: offener Gedanke einfach gegenüber anderen.
00:10:43: Selbst wenn man das einfach nur drauf runterbricht, ich glaube jeder Eltern wollen für ihr Kind dass sie die bestmögliche Entwicklung Chancen haben.
00:10:50: Man muss ja nicht gleich mit Einschränkungen kommen.
00:10:53: es reicht ja einfach, dass vielleicht ein Kind bisher länger braucht bis er's lesen kann und so weiter und da wünscht sich auch jeder, dass dem der Platz gelassen wird, dass er in seiner eigenen Entwicklungsgeschwindigkeit das dann eben für sich lernt.
00:11:04: um das auch herunterzubrechen
00:11:05: selbst wenn wir über Einschrankung reden denn ist das ja ganz klar definiert also medizinisch definiert ab wann reden wir von Einschränkungen und ab wann ist es einfach nur eine Auffälligkeit bzw.
00:11:16: ab wann?
00:11:16: Ach, dann ist der Sebastian halt ein bisschen langsamer beim Schreiben so... Also im Leben gesehen ist das ein fließender Übergang.
00:11:24: aber wir definieren das halt weil wir das halt natürlich irgendwo in Gruppen auch einteilen müssen.
00:11:27: Ab wann gibt's denn jetzt Förderbedarf?
00:11:29: Ab wann gibts denn kein?
00:11:31: Ja
00:11:31: und im Grunde also dass wir diverse Gesellschaft wollen ist ja im Grunden im Grundgesetz schon verankert, dass wir eben nicht aufgrund von verschiedenen Aspekten diskriminieren und sei es halt auch Behinderung Du hattest vorhin Hautfahrer angesprochen, also all das ist ja im Grunde gefordert in unserem Grundgesetz und das müsste an der Schule den Beginn nehmen.
00:11:48: Genau, unser
00:11:49: Schulsystem wie wir es haben fing dann ja am neunzehnten Jahrhundert an.
00:11:52: wenn man sich überlegt dass da Ursprung Kadettenschulen waren wo denn Offizierskinder und Oberschicht Kinder dazu vorbereitet wurden um im System eine gewisse Funktion zu erfüllen Da kann man jetzt ja zurecht mal hinterfragen ob das noch zeitgemäß ist und da Schule auch aktuell offenkundig den Herausforderungen immer schlechter geht Könnte man ja mal hoffen oder sich wünschen, dass dieser inklusive Gedanke bei einer Neuorientierung was muss Schule heute leisten?
00:12:19: Von vornherein vielleicht einfach auch mitgedacht wird.
00:12:21: Ja Chris also Schmitz.
00:12:25: Du arbeitest hier in der Alsterdorf-Assistenz.
00:12:28: Erzähle uns doch einmal ein bisschen davon.
00:12:30: du sagt es West gibt es auch noch Nord-Südost.
00:12:33: Wie ist alzerdorf vertreten?
00:12:35: oder wie gliedert sich das auf?
00:12:36: Also die evangelische Stiftung Alzerdorff war früher ein Arbeitgeber oder Assistenzgeber für eine komplette Firma und ist, glaube ich, im Jahr two-thausendsechs, wenn ich es richtig kopf habe in Hohling Struktur umgewandelt worden.
00:12:50: Das heißt, es gibt... Ich weiß das jetzt nicht genau fünfzehn, würde ich mal sagen Teuchterfirmen und die Alsterdorfassistenzwest GGMBH ist eine davon.
00:12:59: Dann gibts die AlzerdorfAssistenz Ost.
00:13:01: Das ist Hamburg aufgeteilt einmal Westen, einmal Osten.
00:13:04: Dann gibt es außerhalb von Hamburg Kiel, Stadtmission Kiel.
00:13:07: Dann gibt's aber als der Arbeit... wie der Name so sagt, da geht es sämtlich um Arbeit.
00:13:12: Und ja, gibt's Krankenhäuser und Schulen
00:13:14: usw.,
00:13:14: also mehrere unterschiedliche Firmen, die unter dem Gesamt-Stiftung vermieren.
00:13:20: Was ist so aus einer Menge?
00:13:22: Wie viel Tier ungefähr arbeiten...
00:13:24: Es ist, ich lasse mal irgendwann im Abendlatte lesen, da war die Aufstellung des ersten zehn größten Arbeitgeber in Hamburg und ich weiß jetzt nicht mehr genau ob das die Stiftung auf Platz acht oder neun irgendwie der Arbeitgebe von der Menge der Beschäftigten mit dabei.
00:13:39: Ich habe mal gedacht, wir können ja mal um das vielleicht für die Zuhörenden ein bisschen erlebbarer zu machen was hier so angeboten wird durchgehen.
00:13:47: Roman ich weiß nicht wie das später bei euch läuft wenn sich Sachen decken.
00:13:50: also ihr seid alle natürlich dazu aufgerufen euch bei den Punkten mit zu beteiligen Wenn ihr da Parallelen habt wenn es bei euch jetzt grundsätzlich anders läuft oder so dann kommen wir auch später noch dazu weil Beratung bietet ihr wahrscheinlich alle an.
00:14:03: Was beinhaltet dass jetzt bei euch hier im hause?
00:14:08: direkt haben wir keine direkten Beratungsangebote, sicherlich beraten wir auch Eltern Angehörige bei der Suche nach einem Arbeitsplatz für ihre Angehöhrigen.
00:14:16: Aber ein Beratungssangebot haben wir zum Beispiel in Duelsberg da gibt es einen Treffpunkt und Beratungenstelle oder auch als er Dorf selber.
00:14:23: aber Beratunge im eigentlichen Sinne bieten wir hier diesem Projekt nicht an.
00:14:27: Christoph wie ist das bei dir?
00:14:28: Du bist ja auch Teilhabeberater nennt sich das glaube ich
00:14:31: Ja.
00:14:31: also ich glaub ganz großen Unterschiedes gibt es einfach in dem Modell was vom Bundesministerium jetzt seit dem Jahr ist, dass die sogenannten ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungen sind.
00:14:42: Das sind die EU-TBs, die fest verankert sind im Gesetz so.
00:14:47: Mein Verein ist Träger einer Beratungsstelle und das ist vom Gesetzgeber irgendwann mal installiert worden.
00:14:54: Es gibt eine sogenannte Beratungspflicht seitens der Kostenträger also für Leute, die halt eben so was wie Alsterdorf bezahlen oder auch irgendwie teilnehmen bei der Hackbezahlung oder oder.
00:15:04: diese Beratingspflicht ist der Staat nicht immer besonders gut nachgekommen, weil es einfach ein Riesenfeld ist.
00:15:09: Und deswegen hat man diese ergänzenden oder pengen Teilhabeberatung irgendwie eingeführt die auch in der ganzen Stadt verteilt sind an dem man sich auch kostenfrei wenden kann und die beraten eben zu allen Angeboten in erster Linie zu den gesetzlichen Grundlagen.
00:15:21: also sprich was für einen Recht habe ich als behinderter Mensch überhaupt?
00:15:24: Das klingt an Beihilfsmitteln das geht los.
00:15:26: irgendwie möchte ich lieber irgendwie zu einem Modell wie die Hack gehen oder wenig besser aufgehoben im Wohnbereich von Alsterdorf oder leben mit Behinderungen oder wie sie halt heißen.
00:15:35: Man versucht dann auch mit ganz viel Zeit, hat man dafür auch als Berater denn.
00:15:39: Also in unserer Form vor allen Dingen auch im Piaansatz also von behinderten Menschen zu behinderten Menschen.
00:15:44: Versucht man halt zusammen mit den Leuten rauszufinden was könnte denn jetzt irgendwie der nächste Schritt sein?
00:15:49: Ganz besondere Schritte sind natürlich ich möchte von zu Hause ausziehen genau so
00:15:53: das schließt Kinder jugendliche Familie mit ein wahrscheinlich je nach dem
00:15:56: einmal durchs Leben leben Arbeit alles
00:15:58: ambulante Dienstleistung Das betrifft auch alle eure Bereiche die werden angeboten.
00:16:03: wir machen ja persönliche Assistenz rein im ambulanten Bereich.
00:16:06: Bei uns im übrigen wird... Wir sind keine zentrale Anausstelle für Beratung, da verweisen wir immer gerne an autonome Leben.
00:16:11: Da kann man halt unabhängig beraten werden von Dienstleistern.
00:16:14: Wir machen es halt auch mal aber das ist eher die Ausnahme.
00:16:17: Wir vollbringen vor allem persönliche Assistenz im ambulanen Bereich.
00:16:21: heißt jeder wohnt bei sich zu Hause wo auch immer dass sein mag in der eigenen Wohnung vor allem manchmal auch bei den Eltern manchmal auch in der WG aber primär im eigenen Wohnraum und da verrichten wir alles was so im leben anfällt.
00:16:33: Du
00:16:34: hast das voll schon gesagt, Beschäftigung.
00:16:36: Das heißt es wird auch geguckt wo unter Umständen gearbeitet werden kann.
00:16:40: also ich weiß ihr unterstützt ja auch die Kirche bei Arbeiten die hier auch zum Beispiel jetzt zukünftig beim Kirchendreik anfallen oder auch bei der Pflege des Bücherschranks.
00:16:49: da habt Ihr euch gemeldet?
00:16:50: Also das sind so Arbeiten, die er dann hier zum Beispiel verrichtet.
00:16:53: Genau bei uns Wernmenschen beschäftigt die im politischen Sinne wie heißt das ein Gesetz hilft mir mal nicht werkstattfähig sind und nicht in der Lage sind.
00:17:02: also Werkstattfähigkeit Die müssen in der Lage sein, mindestens drei Stunden am Tag wirtschaftlich für wertbare Tätigkeit zu leisten.
00:17:09: Und es gibt natürlich Menschen, die dazu auch nicht in der Lage sind aus unterschiedlichen Gründen.
00:17:13: Sei es weil sie körperlich psychisch geistig irgendwie eingeschränkt sind und nicht in eine Lage sind diese drei Stunden wirtschaftlich verwertbare Arbeit zu leisten.
00:17:21: Für die machen wir hier Angebote im Stadtteil und gucken dass wir kleine Arbeitsangebote finden im Stadtteil.
00:17:28: für andere Träger sei das Form von Entsorgung von Altpapier übers Flyer verteilen über den Bücherschrank versorgen über die Blumen am Altat auswechseln am Freitag und so weiter.
00:17:41: Kleinere Arbeiten, die wir hier im Stadtteil erledigen können.
00:17:44: Ein bisschen Wohn- und Assistenz haben wir schon gerade angerissen.
00:17:48: also dann kann man das vielleicht zu offen Punkt bringen dass ihr als Assistenzdienstleister in der persönlichen Assistenze die organisatorische Hilfestellung leistet?
00:17:57: Kann man das so sagen... Ja
00:17:58: genau das tun wir im Grunde nicht!
00:17:59: Also wir organisieren nicht das Leben für die Menschen das machen sie selbst.
00:18:03: was wir machen ist sie körperlich dabei unterstützen was Sie nicht selbst leisten können.
00:18:08: Also sei es irgendwie, morgens beginnt das mit der Morgentoilette.
00:18:11: Da kommt eben ein Teil Grundpflege auch mit rein in die Dienstleistung und später geht es einfach viel um Begleitung Handreichungen an ausziehen alles was im täglichen Leben so anfällt wo man körperlich nichts dazu selbst in der Lage ist.
00:18:24: da unterstützen wir.
00:18:25: Ja gut dass du das ansprichst weil das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen wofür die Assistenz grundsätzlich gebraucht wird.
00:18:31: also das wär jetzt zum Beispiel einen Punkt gibt's ja noch weitere Punkte.
00:18:34: Es bei allem ist es auch am Arbeitsplatz.
00:18:36: wenn ich Büro bin, habe ich meinen Assistenten zum Beispiel auch dabei.
00:18:39: Aber bei uns ist immer die Grundlage der Mensch mit Behinderung sollte kognitiv uneingeschränkt sein, sollte also seine eigene Lebensführung bewerkstelligen können.
00:18:49: und unsere Assistentinnen sind halt quasi der ausführende Part.
00:18:52: sie entscheiden aber nicht für den Betroffenen selbst was er macht wann erst macht wie lange er es macht sondern das entscheidet die Person selbst.
00:19:00: Das heißt auch Begleitung zur Universität?
00:19:02: Alles genau.
00:19:03: Mit schreiben weil er selbst halt nicht im Stand ist zu schreiben, aber eben nicht mit Denken.
00:19:08: Das ist im Prinzip die Beschreibung, die wir vorhin über die Definition Inklusion hatten.
00:19:12: Du entscheidest selber wann was passiert?
00:19:14: Da kommen wir im Laufe der Folgen auch garantiert noch öfter drauf zu sprechen.
00:19:18: und das ist glaube ich dann der Kernsatz dass es darum geht die Entscheidung auszuführen, dass du frei und ohne Einschränkung für dich die Entscheidung treffen kannst.
00:19:27: Das ist die Essenz da.
00:19:28: Genau das ist so der Inbügel von Selbstbestimmung wie wir ihn auslegen, dass man dies eben als selbst bestimmt.
00:19:34: Es hat natürlich alles seine Grenzen, da kommen wir auch bestimmt doch später darauf.
00:19:37: aber
00:19:38: Christoph hat das, glaube ich gesagt.
00:19:39: Manchmal werden hier vielleicht Begrifflichkeiten fallen mit denen man so nichts anfangen kann.
00:19:43: Hack heißt hanseatische Assistenzgenossenschaft?
00:19:47: Ist das richtig?
00:19:47: Knapp daneben!
00:19:48: Hamburger Assistenzenossenschaft.
00:19:50: Ja, es ist ja nah dran.
00:19:52: Weil das ist das wo du arbeitest und dass das jetzt schon mal anklingen lassen.
00:19:56: Magst du dazu nochmal was sagen?
00:19:58: Die Hamburger Assistance Genossenschaft gibt es seit über dreißig Jahren.
00:20:02: wir waren einer der ersten Anbieter in Hamburg und sind in Hamburg die einzige Genossenschaft.
00:20:06: Wir sind eine gemeine Zugegenossenschaft und im Grunde ist das für uns die einzig wahre Form.
00:20:13: der persönlichen Assistenz.
00:20:14: Warum?
00:20:14: Weil es eben die Selbstbestimmung auch in der Gesellschaftsform, die wir sind, die Genossenschaft einem nochmal zum Ausdruck bringt weil unsere Kunden nicht alle aber man kann sich immer mit einbringen sind Genossen und die Genossen sind im Grunde die, die die Grundsatzentscheidungen treffen.
00:20:29: also wer sitzt im Aufsichtsrat, wer sitzt dem Vorstand um?
00:20:32: anders formuliert Wer trifft die Entscheidungen?
00:20:34: Und die Generalversammlung besteht aus den Genossen.
00:20:37: Die kann jederzeit bestimmen.
00:20:38: wollen wir die noch haben oder sollen sie weg?
00:20:40: so jetzt überspitzt?
00:20:41: Aber Sie Macht, den Vorstand abzuberufen.
00:20:44: Und das unterstützt im Grunde die Selbstbestimmung!
00:20:47: Weil Betroffenes selbst bestimmen.
00:20:48: Wie soll das Ganze aussehen?
00:20:50: In welche Richtung schwimmt dieses Schiff?
00:20:52: Und Christoph, ich komme mich selber mit an.
00:20:54: Chris, wie ist das jetzt hier bei euch im Tagewerk?
00:20:57: Ist es da ähnlich strukturiert?
00:20:58: Das ist schwierig.
00:20:59: Es ist natürlich wenn man intellektuell dazu in der Lage ist solche Entscheidungen zu treffen dann ist das sicherlich der wünschenswerte Weg.
00:21:07: aber es gibt ja Menschen die dazu nicht in erlage sind also sich nicht orientieren können zum Beispiel im Stadtteil sich nicht selber versorgen können.
00:21:16: sind dann die Assistenten?
00:21:17: ein bisschen andere Entscheidungen auch für diese Person mit Treffen.
00:21:20: Also entscheidet das hier der Grad, der Einschränkung oder der Behinderung?
00:21:24: Das wollte ich eigentlich euch überhaupt am Anfang nochmal fragen.
00:21:26: Ein Beispiel ist es sind das POC-People oder sind sie farbig oder wie auch immer?
00:21:31: also wir hatten denselben Kontext im Prinzip auch als es um diese Thematik ging.
00:21:35: Wie ist das eigentlich bei euch das Wording?
00:21:37: welches findet ihr angemessen?
00:21:38: gibt es da innerhalb der Community Wünsche oder Vorstellung?
00:21:45: Also wenn ich angesprochen werde, wie möchtest du denn genannt werden?
00:21:48: Dann sag' ich als erster Linie oder Christoph.
00:21:50: Nein, so mein dich das auch nicht!
00:21:53: Vielleicht auch Chris aber... Nee, aber das meine ich aber wirklich als wahren Kern.
00:21:58: In erster Liene bin ich ja Mensch und in zweiter Linie bin ich ein Mensch mit Behinderung
00:22:02: bzw.,
00:22:03: das ist ja so das politische Dogma was wir haben, Menschen mit Behnderungen.
00:22:06: Ich selber, wenn mir jetzt ins Klein-Klein gehen würde, würde für mich eher so das Wort behinderter Mensch erzählen weil ich denke so, wenn nicht anertreppisch dann bringe ich die Behinderung gar nicht mit.
00:22:16: Also da bin ich ja nicht der Mensch mit der Behinderungen, weil die Behnderung ist ja denn vor mir in Form der Treppe.
00:22:21: und wenn ich aber ein behinderter Mensch bin, dann ist es eher für mich das Dogma was für mich selber am besten passt.
00:22:27: Weil die Behunderung entsteht ja durch meine Außenwelt.
00:22:30: deswegen finde ich schöner eigentlich Behindertemensch anstatt Menschen mit Behinderungs.
00:22:34: Ist
00:22:34: spannend!
00:22:34: Ich definiere das ein bisschen anders.
00:22:35: Das
00:22:36: macht auch jeder tatsächlich so genau.
00:22:37: Ein bisschen für sich.
00:22:38: Ich wollte nämlich auch gerade sagen, schuldige kurz, weil wir hatten ja auch grad dass der Unterschied oder der Grad dass die Behinderung auch einen großen Unterschied macht.
00:22:45: Und bin ich eben nur eingeschränkt, vielleicht auch Teil eingeschrankt?
00:22:48: Oder ist es wirklich so, Chris wie du gerade gesagt hast das einfach ganz andere Anforderungen nötig sind?
00:22:53: Entschuldigung, ich wollte dich nicht unterbrechen.
00:22:54: Ja da gibt's natürlich verschiedene Lager.
00:22:56: Meine Definition ist eher meine Behinderung ist ein Teil von mir aber ich bin ja nicht meine Behinderung mehr als das.
00:23:02: deswegen steht für mich immer der Mensch an erster Stelle und dann bin ich halt der Mensch mit Behinderungen.
00:23:06: Mir ist es richtig, dass es so rum passiert und nicht andersrum.
00:23:09: Aber nach deiner Definition der Logik kann ich halt auch folgen dass ich behindert werde und deswegen der behinderte Mensch bin.
00:23:15: Also zieht ihr Behindert vor statt eingeschränkt?
00:23:18: Auf jeden Fall, weil ich finde man sollte die Dinge da schon benennen können.
00:23:21: Ja also ich finde nichts schlimmer als ein Mensch der mir so begegnet das sein Eiertanz aufhört bevor er mich irgendwie ansprechen kann.
00:23:28: Das finde ich am unangenehmsten.
00:23:29: dann bitte einfach irgendwas sagen.
00:23:30: Ist aber auch eine tägliche Sache dich heim zu begegneten!
00:23:34: Wie ist es in eurem Bereich?
00:23:35: Ich kann mir vorstellen, dass Fremdbestimmung sich auch gerne als Fürsorge tarnt.
00:23:40: also gerade in dem Bereich Assistenz ist das, glaube ich auch eine Herausforderung, das klar zu definieren?
00:23:46: Täglich.
00:23:47: Also es passiert sowohl Menschen die da wenig Berührungen mit haben aber genauso passiert es Menschen in dem Bereich arbeiten.
00:23:54: also sogar heute noch passiert es meinen Assistenten die mich schon seit neun Jahren kennen.
00:23:59: Es macht keinen Halt.
00:24:00: irgendwann.
00:24:00: also es passiert immer wieder dass man so agiert
00:24:03: Ja das ist auch nicht bös gemeint Aber kleine Hot Tech.
00:24:06: Ich könnte mir vorstellen dass zum Beispiel auch ein Altenheim oder anderen Institution wo Abhängigkeitsverhältnisse beständige Fahr einfach ist, dass da so ein bisschen die Grenzen verrutschen.
00:24:15: Vor allen Dingen muss man auch fairerweise sagen es ist ja auch so das nicht immer vermeidbar ist.
00:24:21: also wenn man sich jetzt eine klassische Behindertenwohngruppe vorstellt und ich sage mal so da wohnt jetzt die Rieke und die rieke würde ich jetzt ganz gerne für zwei Stunden in Garten legen und fragt dann halt den Wohngruppenmitarbeiter oder den Assistenten halt dann kannst du mir den Rücken einkreben so und er sagt du tut mir leid ich habe jetzt irgendwie noch ne Wäsche zu machen Ich kann in einer halben Stunde Dann könnte ich das tun.
00:24:41: In der Hoffnung, dass ist dann auch noch aktuell bei
00:24:44: ihm.".
00:24:45: Das ist von niemandem böse gemeint!
00:24:46: Es ist aber einfach natürlich dann der Sache an sich geschuldet, dass er Mitarbeiter dort nicht octopusmäßig allen gleichzeitig den Rücken einkreben kann und man dann halt auch darauf warten muss, obwohl man sich jetzt sonnen möchte.
00:24:58: Das könnte man im Prinzip eigentlich so den groben Unterschied nennen zwischen halt auch Menschen die in einer Wohnform leben wie in einer Wohnunggruppe oder im ambulanten Wohnen und halt persönlicher Assistent.
00:25:08: Ja wir haben noch einen Gast.
00:25:11: Ich bin mit deiner Kollegin Julia, die habe ich getroffen und da hören wir jetzt mal rein.
00:25:42: Ja, mein Name ist Julia Kranz.
00:25:44: Ich habe lange Zeit bei der Stiftung Alsterdorf gearbeitet mit Schwerpunkt in Duelsberg eigentlich.
00:25:51: aber Duelsberg und Bambeck Süd liegen ja auch eng beieinander und es ging immer um Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.
00:26:00: Also Stadtteilbezogen war ich in vielen Einrichtungen hier im Stadtteil beteiligt.
00:26:06: Du bist, hatte ich ja gerade gesagt Teil der AG Barrierefrei?
00:26:10: Und hast du im Tagewerk hier gearbeitet als Teil des Tagewerks?
00:26:14: Seid ihr auch Teil der barrierefreie AG, trennt sich das?
00:26:18: oder wie ist es?
00:26:19: Naja wir sind zwei ein Kollege und ich die in dieser ag barrieren frei immer anwesend sind oder waren und haben dadurch die Interessen der Menschen, die ins Tagewerk gehen auch vertreten.
00:26:35: Insofern war das ein Teil unseres... Oder ist es ein Teil unserer Aufgaben hier im Stadtteil eben zu gucken, wo kann man was zusammen machen?
00:26:44: Welche Kooperationen gibt das mit den verschiedenen Einrichtungen hier.
00:26:48: Dein Kollege ist wahrscheinlich Chris der jetzt hier bei mir sitzt.
00:26:51: wir nehmen das nämlich hier vorher auf.
00:26:53: deswegen werden wir über das Tagewerk wahrscheinlich schon gesprochen haben.
00:26:56: Deswegen interessiert mich dass du uns vielleicht noch ein bisschen mehr über die AG barrierefrei erzählst.
00:27:01: Ja gerne also seit etlichen Jahren ich kann das gar nicht genau sagen aber mindestens sieben acht Jahre treffen wir uns.
00:27:09: Wir haben festgestellt, dass es hier im Stadtteil Sinn macht mal zu gucken welche Barrieren gibt das und wie können wir das verändern so dass es barrierefreier wird?
00:27:19: jetzt erstmal so ganz allgemein gesagt und in der AG sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Interessen also hauptsächlich Vertreter verschiedener Einrichtungen der Kirche, der Einrichtung der Sozialpsychiatrie die hier im Stadteil arbeiten.
00:27:35: Das Tagewerk Ein Beschäftigungsangebot ist für Menschen mit vielen Einschränkungen.
00:27:41: Es war auch immer wieder ein Kommen und Gehen in dieser AG.
00:27:44: Es gibt einige Einrichtungen aus dem Basch, die immer dabei waren also wie der Kirche jetzt auch seit nicht ganz so langer Zeit das Kief hat.
00:27:53: all das wechselt auch manchmal aber es sind eben Menschen sich für diesen Stadtteil interessieren.
00:27:58: mit diesem Schwerpunkt eben Barrierefreiheit waren teilweise auch Vertreter des Blindenvereins und des schwerhörigen Vereins.
00:28:06: da kann ich ja vielleicht nachher noch mal was zu sagen.
00:28:08: auch dabei ist eine gewisse Fluktuation aber es gibt einen harten Kern.
00:28:12: Und wir haben unterschiedliche Dinge überlegt, was können wir machen um Menschen zu erreichen?
00:28:19: Wir haben wichtig dabei ist dass man das natürlich auch finanzieren kann.
00:28:22: Wir haben öfter Anträge bei der Aktion Mensch gestellt und damit eben zum Beispiel Lesungen von Menschen mit und ohne Behinderung.
00:28:31: hier veranstaltet in Basch die Marktmusik, die ich schon seit einigen Jahren gibt Das ist eine Veranstaltung im Sommer auf dem kleinen Marktplatz hier.
00:28:39: da treten entweder hier aus dem Stadtteil auf oder Bands, oder Sänger mit einer Einschränkung.
00:28:44: So denen mal eine Bühne zu geben und einfach Begegnungen möglich zu machen.
00:28:49: Also es ist unser Anliegen unkompliziert sich treffen zu können weil wir eigentlich oft in so verschiedenen Welten leben müssen mussten hier den Menschen mit Behinderung vielleicht auch irgendwo weiter weg.
00:29:01: man sieht die nicht und andere Menschen und das ist nicht mehr zeitgemäß und das is gut wenn man das im Stadtteil konkret angeht Angeboten, um zu gucken was haben wir für gemeinsame Interessen.
00:29:13: Beispiel Musik zum Beispiel Literatur oder Kunst oder Sport je nachdem ganz unterschiedlich und auch bei Veranstaltungen die es vielleicht im Stadtteil schon gibt.
00:29:24: und zu gucken ja können wir da nicht auch mitmachen.
00:29:26: und wie sind da die Barrieren?
00:29:28: Und wie kann man was zusammen machen?
00:29:30: Also das heißt wenn ich das richtig verstehe es gibt einmal den aktiven Teil von euch wo man selber barrieren abbaut gibt es doch aber bestimmt auch den Bereich, wo er an Projekten arbeitet.
00:29:43: Die dann mit dem Behörden zusammenhängen, wo ihr anliegen habt vielleicht was bauliche Maßnahmen Veränderungen angeht?
00:29:48: Ist das auch Teil der Ergebbarriere frei?
00:29:50: Das ist sicherlich immer im Hinterkopf.
00:29:52: Schwerpunkt ist aber schon aus meiner Sicht so dieser konkrete Stadtteilbezug mit Begegnung.
00:29:58: also wir gehen jetzt weniger den Weg durch die Behörde sondern möchten eben gucken wer lebt hier so im Stadtteil Wer arbeitet hier und wie kann man diesen Stadtteil oder auch Duelsberg nebenan, andere in ganz Hamburg natürlich so gestalten?
00:30:15: Oder muss das Wort aufklären.
00:30:16: Was brauchen Menschen?
00:30:18: Wir sind ja alle ganz unterschiedlich aber konkret was anzugehen und weniger jetzt noch eine Datei zu veröffentlichen und noch ein Papier auszuhängen sondern konkrete Begegnung zu schaffen.
00:30:30: So es ist eigentlich immer gedacht gewesen.
00:30:32: Ja sehr gut ich habe da wo du das gerade seid Die Frage.
00:30:36: Wo denkst du, sind wir jetzt bei dem Inklusionsgedanken?
00:30:40: Also du hast natürlich sehr viel mit diesen Menschen zu tun und du hast ja auch den Abgleich damit wo vielleicht noch viel Luft nach oben ist.
00:30:47: Wie würdest du die aktuelle Situation da einschätzen?
00:30:50: Jetzt so ganz allgemein.
00:30:52: Erst mal allgemeinen.
00:30:53: Ja Es gibt ja viele Gesetzesvorgaben also die auch sagen Die Welt, die Bundesrepublik muss barrierefrei sein das ist im Grundgesetz festgelegt Das ist in vielen Auslegungen festgelegen.
00:31:05: Aber
00:31:06: das heißt ja nicht, dass es dann passiert?
00:31:08: Nein.
00:31:08: Wie sieht das denn im Alltag aus und
00:31:09: wie viel kommt davon an
00:31:11: genau?
00:31:11: Hände ich ganz schwer zu sagen wir sind da sicherlich weiter als vor fünfzig Jahren, dass das mehr im Bewusstsein ist auch mehr in den Medien zum Teil aber natürlich ist auch gerade jetzt die politische Diskussion besteht die Gefahr dass es wieder rückwärts gewannter geht so sagt ach naja irgendwie jetzt so viel Geld in die Schulen dass die inklusiv werden zu stecken, wäre es nicht für vielleicht besser doch anders zu machen.
00:31:34: Also im Moment besteht die Gefahr, dass das wieder ein bisschen rückwärts geht.
00:31:37: Ansonsten glaube ich ja, dass viel Luft nach oben ist was du schon sagst aber auch... Es gibt viele Menschen, die sich dafür engagieren, die selber betroffen sind, was ich sehr wichtig finde, dass nicht über uns und da hat sich schon eine ganze Menge getan gibt Bereiche, wo das noch recht wenig funktioniert.
00:32:03: Um es mal vorsichtig zu sagen zum Beispiel die Arbeitswelt ist weiterhin für Menschen mit Behinderung auf schwierig zu betreten.
00:32:10: Mit vielen Ausnahmen, mit vielen Formalien, die erledigt werden können.
00:32:14: aber einfach zu sagen ich möchte wenn ich die und die Behinderungen habe ganz selbstverständlich in einer großen Firma oder als Ärztin in einem großen Konzern oder als Pastbeamter oder was auch immer arbeiten.
00:32:26: auch da ist glaube Selbstverständlichkeit.
00:32:30: Ist das auch hier so, dass da Geld gespart wird?
00:32:34: finanziellen ganz groß hängt?
00:32:36: Auch natürlich.
00:32:37: Also im Moment ist ja die aktuelle Diskussion in Hamburg, wie geht es mit den Schulbegleitern weiter?
00:32:43: Im Moment sind Kinder mit Beeinträchtigungen, die eine Schulbekleidung brauchen da wird gerade heißt diskutiert Ist das nicht einfach doch ein Spar vorhaben?
00:32:52: der Senat sagt nein Es ist eine Verbesserung.
00:32:55: also gibt es immer wieder natürlich Diskussionen und Aufregungen Da immer wieder kämpfen zu müssen was sehr anstrengend ist.
00:33:03: Wir kommen zu einem Thema.
00:33:04: In diesem Zusammenhang wurde das Thema barrierefrei ganz oft in die Waagschale geworfen, weil es hieß wenn Olympia kommt dann passiert auch ganz viel für die Stadt was Barriere Freiheit angeht.
00:33:16: Wie ist deine Erwartungshaltung an die Stadt Hamburg?
00:33:19: Olimpia kommt nicht!
00:33:20: Es ist abgewählt worden.
00:33:21: aber die Vorhaben und dass was gemacht werden müsste Das bleibt ja...das ist ja nicht nur vom Tisch Weil wir jetzt nicht olympia bekommen.
00:33:30: Also ich habe ein Interview den Namen weiß leider nicht mehr mit einem von einem Blindprofessor gelesen, der gesagt hat es ist schon ein bisschen so in Richtung Erpressung was da gesagt wurde.
00:33:41: wenn ihr jetzt nicht für Olympia stimmt dann kommt das alles mit der Barrierefreiheit gar nicht oder viel später und man muss dafür Olympia sein damit dass mit der barriere Freiheit funktioniert.
00:33:51: Und das ist schon ja würde ich auch sagen so kann man nicht argumentieren weil es wie gesagt kein Charity-Ding ist sondern einen Menschenrecht.
00:34:02: Wenn er jetzt nicht dieses Sportereignis, was vielleicht viele von uns gar nicht mehr erleben werden.
00:34:06: Weil das erst sonst wann ist wenn ihr dafür nicht stimmt dann gibt es diese Gelder nicht.
00:34:10: also da weiß ich sehen andere sicherlich anders aber da bin ich nicht einverstanden mich da so pressen zu lassen.
00:34:17: Also denn würdest du aber auch sagen dass egal ob Olympia kommt oder nicht.
00:34:21: Das was da gemacht werden müsste steht nach wie vor auf der Gender?
00:34:24: Ja natürlich
00:34:26: Du hast einen Cochlear im Plantat.
00:34:28: Ist das richtig?
00:34:30: Das ist eine Hörprothese für Gehörlöse und Ertaubte.
00:34:33: Ich finde das faszinierend, was heutzutage möglich ist.
00:34:37: Machst du uns mal erzählen, was das ist?
00:34:38: Ja wie du schon gesagt hast es ist ein Hör-Prothese also kein Hörgerät.
00:34:43: Das heißt einen Teil des Kochler Implantats wird operativ unter die Kopfhau gesetzt und verbindet dann die Hörschnecke wo diese kleine Drähte inzwischen ist die Technik glaube ich auch schon bisschen weiter reingeleitet werden.
00:34:59: Ein äußeren Teil sieht schon so ein bisschen aus wie ein Hörgerät und ist dann mit einem Magnet, also der eine Magnet ist unterhalb der Kopfhaut.
00:35:07: Und der andere Magnet das überall.
00:35:09: Das obere Teil kann man eben abnehmen und den Akku neu laden oder beim Schwimmen.
00:35:15: Es gibt jetzt auch so'n Technik dass man damit schwimmen gehen kann aber nicht.
00:35:18: ich nehme es dann ab.
00:35:19: Und das ist für Menschen entwickelt worden wo die Höhereinschränkungen so stark sind dass Hör Geräte nicht mehr funktionieren.
00:35:27: Und auch da kann man ja Fragen zum Thema Teilhabe.
00:35:30: Ist das niedrigschwellig zu bekommen?
00:35:32: Oder ist es auch etwas, was jetzt nicht für alle zugänglich ist so einfach?
00:35:36: Wie ist der Stand der Dinge?
00:35:38: Bin ich dann ein bisschen überfragt.
00:35:40: Es ist eine medizinische Indikation.
00:35:42: Das heißt einen HNO-Arzt muss mit verschiedenen Tests feststellen, dass Hörgeräte nicht mehr helfen und mit dieser Verordnung ist es möglich aber wie gesagt bin ich jetzt nicht firm Dann sich ein Zentrum zu suchen.
00:36:00: Das wird meistens auch vom HNO-Arzt empfohlen, gehen Sie dahin und dann wird diese Operation vorgenommen.
00:36:07: Danach gibt es je nachdem längeres ... Training, um mit diesem Gerät dann ein bisschen hören zu können.
00:36:14: Und es hat aber sage ich auch ganz klar einen.
00:36:16: natürlich du bleibst damit Hörbehindert.
00:36:18: also Ich habe das zum Beispiel nur auf der rechten Seite und links höre ich nichts und Das funktioniert für mich gut in ruhigen Umgebungen so wie jetzt hier mit ein zwei Personen.
00:36:28: wenn nicht gleichzeitig Medizin nach der Druck herauschen würde und die Kaffeemaschine Dann kann ich das schon nicht mehr gut filtern dann ist das Stress oder große Gruppen da hat das Ganz klar seine Grenzen für die Kommunikation.
00:36:41: jetzt in meinem Fall ist es natürlich sehr hilfreich.
00:36:43: Ja, toll!
00:36:44: Die Frage war nämlich nur weil Sachen möglich sind heißt das ja nicht dass das denn auch großflächig angeboten wird?
00:36:49: Nein.
00:36:50: Ich habe das doch öfter schon gesehen und dachte auch das eine Art von Hörgerät.
00:36:53: also insofern auch die Nachfrage weil mich das auch selber interessiert hat was ist damit aufsicher?
00:36:58: Also
00:36:59: das ist natürlich ne... Es ist ganz platt gesagt wesentlich teuer als ein Hörgerät.
00:37:03: Und das ist eine Operation, also eine Operation am Kopf die jetzt nicht wahnsinnig risikoreich ist aber es ist immer auch ein Risiko.
00:37:10: Also niemand würde leichtfertig sich am Kopf operieren lassen vielleicht oder?
00:37:15: Das ist schon auch ne Entscheidung.
00:37:16: Absolut
00:37:17: wir haben das Thema ja Barrierefreiheit.
00:37:19: wenn man sich dazu entscheidet dass baut ja barrieren ab.
00:37:23: Aber zum Abschluss wir biegen langsam auf den Ziel gerade ein möchte ich dich noch fragen ob?
00:37:29: Antworten auf Fragen gibt ich dir nicht gestellt.
00:37:32: Also zum einen hatte ich mir vorher überlegt, es gibt hier im Stadtteil... Es ist eigentlich eine ganz gute Situation weil fußläufig ist ja der Schwerhörigenverein und der Bnitten- und Sehebehindertenverein hier im Stadteil mit großen Angeboten vorhanden.
00:37:48: Da kann man sicherlich vieles nutzen.
00:37:49: das macht die AG barrierefrei auch schon.
00:37:52: aber wenn da mehr Interesse besteht ist das einfach für Warmeck-Süd zum Beispiel ist ein ziemlicher Vorteil, kann man benutzen.
00:38:00: Ansonsten ist mir wichtig immer wieder zu betonen, guckt nicht nur auf was Menschen nicht können.
00:38:05: Das ist ja ganz verbreitet.
00:38:08: Die kann ich gut hören und der kann sich nicht mehr gut bewegen.
00:38:12: Ja, bei unserer Arbeit in unserer Freizeit wie auch immer mehr gucken.
00:38:16: Was kann ein Mensch?
00:38:17: Und nicht diesen Fokus so stark auf das legen was er nicht mehr kann und was man durch irgendwas dann wieder ausgleichen muss sondern Menschen auch mal so zu nehmen wie sie sind mit allen Möglichkeiten oder den Einschränkungen die einfach vorhanden sind.
00:38:32: und dass als Gesellschaft finde ich ist es eine Aufgabe eben auch das mitzunehmen was vielleicht schwierig ist und was traurig ist oder wo Verluste bestehen und nicht immer gleich eine perfekte Lösung, ein perfektes Gerät, der Antwort auf irgendwas haben zu müssen.
00:38:48: Sondern dass das Leben einfach so ist, dass es auch Verluste, Einschränkungen, aber eben auch Fähigkeiten, dass diese ganze Bandbereite vorhanden sind.
00:38:58: Und wir nicht immer happy und gut drauf und mobil bis wir hundertzwei sind oder so.
00:39:07: Also dieses ganze Anti-Aging, das geht mir zum Beispiel auch ziemlich auf die Nerven.
00:39:11: Weil wir ja alle älter werden und dass es darum geht diese verschiedenen Aspekte des Lebens einfach auszuleben und nicht immer gleich denken man muss da jetzt was machen, man muss das verbessern.
00:39:21: also verstehen wir die falsch.
00:39:23: ich möchte gern dass die Barrieren weggehen aber dass wir Menschen mehr so hinnehmen können ohne gleich einen Vorschlag machen zu müssen wie's denn wie die Person besser klarkommen würde.
00:39:33: Ja, das ist schon fast Teil der Antwort gewesen meiner letzten Frage.
00:39:37: Wir haben uns in der anfänglichen Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion die Frage gestellt was wären Träume von Inklusion?
00:39:45: Was ist dein Traum für Inklusion?
00:39:47: Ja, stimmt.
00:39:47: Ich hab's jetzt schon gerade so ein bisschen verantwortet... Also es steckt dir
00:39:51: da schon ein bisschen mit drin?
00:39:54: Der Traum wäre, dass alle Menschen in allen Lebensphasen erst mal so angenommen werden wie sie sind und die Einschränkungen, die die Gesellschaft vorgibt das man irgendwo nicht reinkommt.
00:40:06: Da gibt ja ganz viele Beispiele Gebäude einfach so eine kleine Stufe vorm Café und schon ist das nicht mehr barrierefrei oder man kommt noch rein aber hat keine Toilette.
00:40:15: Diesem Keller!
00:40:17: Für Menschen mit höher Behinderungen sind immer große, halbende Räume schlecht.
00:40:23: Wenn es überall Hörschleifen oder Vorrichtung geben könnte, dass man besser mitkommt... Die Sehbehinderte werden sicherlich auch noch ihren Teil dazu sagen, was da notwendig ist.
00:40:35: Also das wäre mein Traum, dass es nicht so viele Kämpfe geben muss um irgendwas oder diese ganzen Vorüberlegungen.
00:40:41: wenn ich gefragt werde willst du mit in das und das Theaterstück?
00:40:45: ja dann musst du erst mal gucken wie komme ich denn da klar?
00:40:48: gibt's da irgendwie so eine Hörschleife zum Beispiel?
00:40:51: oder wenn ich die ganzen Überlegungen nicht machen müsste, dann wäre das natürlich raumhaft sozusagen.
00:40:57: Und ich weiß aus Erfahrung, dass wenn eine solche Situation ist, dass man mit Menschen, die offenkundig ne Einschränkung haben in Kontakt kommt, denn gibt es manchmal einfach das Interesse an einem Sachverhalt?
00:41:08: Ich hab dich auch nach diesem Implantat gefragt, aus eigenem Interesse.
00:41:11: Aber ganz oft wird das zum Thema... Also es wird nicht geguckt, den habe ich da, mögen wir dieselbe Musik haben wir gerade denselben Film geguckt, dann wird das ganz schnell als Thema Nummer eins über alles gestellt.
00:41:25: Und als Betroffene kann ich mir vorstellen dass auch nicht schön ist.
00:41:29: Natürlich gehört das zu unserem Leben dazu.
00:41:31: Klar, also die Behinderung egal ob sie jetzt sichtbar ist oder nicht und ich will das auch... Ja, ich wünsche mir da eine Normalität dass man darüber sprechen kann.
00:41:39: aber natürlich bin ich... Ich bin Mutter, ich bin Ehefrau, ich Bin Arbeitnehmerin, ich Ben Freundin, Ich Bin Nachbarin.
00:41:45: so und das ist vielleicht das was du meintest dass wir nochmal die Schleife zum Anfang zurück.
00:41:50: Wir haben viel zu wenig Begegnungsmöglichkeiten, also deshalb auch diese Stadtteilarbeit.
00:41:56: Also wenn Menschen sich mehr treffen würden die unterschiedlich sind, die vielleicht eine Einschränkung haben oder aus einem anderen Land kommen oder groß sind oder klein sind oder was auch immer dass wir normaler miteinander umgehen können dann jeder Mensch ist neugierig will wissen warum hat sie das ja?
00:42:11: aber vielleicht ist es er dann irgendwann nicht mehr so entscheidend
00:42:15: und ich denke das ist ja auch das unterschiedlich sein.
00:42:18: isst die norm nicht das gleiche selbstverständlich.
00:42:23: Was für mich auch irgendwie ein merkwürdiges Missverständnis ist, dass so davon ausgegangen ist wenn Menschen keine Wienerung haben dann sind sie glücklich und Menschen die eben gesund sind für ein tolles Leben.
00:42:37: Und da muss ich ja nur rechts und links gucken in meinem Forendeskreis, meinen Bekanntenkreis.
00:42:41: Auch Menschen, die jetzt vermeidlich keine Einschränkungen haben sind nicht automatisch für ein nicht-automatischen erfülltes Leben.
00:42:48: Sie sind vielleicht ungewollt singelt, ungewullt kinderlos, un gewollt arbeitslos wie auch immer.
00:42:56: Diese Aufrechnung, wenn du das nicht hättest diese Behinderung oder diese Krankheit dann wäre das alles gut.
00:43:01: Und auf der anderen Seite will ich es auch überhaupt nicht schönreden.
00:43:03: Es gibt so schlimme Krankheiten, so viele Einschrenken ... die auch das Leben natürlich einschränken.
00:43:09: Und das finde ich auch fürchterlich, wenn das nivelliert wird also mit diesem Schuh.
00:43:12: Wir sind ja alle irgendwie behindert, find ich auch furchtbar weil dass auch irgendwas wegfischt was nicht stimmt.
00:43:19: Julia viel lieben Dank für das Gespräch und dass du dir Zeit genommen
00:43:23: hast.
00:43:24: Danke schön!
00:43:31: Ich hab mich sehr gefreut, dass sie sofort zugesagt hat als ich sie um das Interview bat.
00:43:36: Und ich fand gut, dass hier noch einmal darauf hingewiesen hat, dass eine Behinderung nicht automatisch mit Unglücklichsein gleichzusetzen ist.
00:43:44: Da habt ihr doch bestimmt auch Erfahrungen gemacht oder nicht?
00:43:47: Habt ihr da mal ne Anekdote die das nochmal schön versinnbildlicht?
00:43:50: Möchtest du?
00:43:50: Soll ich?
00:43:51: Also ich glaube gerade wenn es eine spät erworbene Behinderungsbehandlung ist macht man natürlich ne Metamorphose durch.
00:43:56: Ist ja klar!
00:43:57: Wenn man mich gekannt hat von vor dreißig Jahren oder zwanzig Jahren Bin ich anders unterwegs gewesen als jetzt.
00:44:03: Und natürlich scheint einem da nicht jeden Tag die Sonne aus dem Ohr an, aber was schon seltschaftlich wirklich.
00:44:09: und dann muss sich der Julia tatsächlich auch wirklich recht geben, sich irgendwie wahnsinnig gefestet hat.
00:44:14: wenn man jetzt auch so eine alte Aktion der Aktion Sorgenkind gab es früher wo immer eigentlich so gleich dabei war gleich gesetzt worden ist kann ja nicht super sein.
00:44:22: Aber ich frage mich natürlich auch gerne mal welchen Maßstab setzen wir denn ab wann?
00:44:26: Welchen Leistungsfaktor deines eigenen Körpers oder Geistes musst du denn sein, um glücklich sein zu können?
00:44:32: Und warum geht es denn nicht auch einfach nach Niederschwelliger so.
00:44:35: Der eine ist glücklich wenn er einen Sonnenuntergang sieht der nächste ist glücklich wenn er bei Tekken III irgendwie den Entgegner besiegt hat.
00:44:41: das ist halt super unterschiedlich und das macht natürlich auch bei Behinderung keinen Punkt.
00:44:46: Natürlich kannst du ein glückliches Leben haben und natürlich ist es aber auch wichtig irgendwie dir den Raum zu geben dieses glückliche Leben zu organisieren zu können.
00:44:54: also sprich krieg ich dir die ich brauche, um eben meine Glückserfüllung im Leben erreichen zu können.
00:45:00: Bei mir ist das relativ plastisch, nimmt man mit den Rollstuhl weg wäre ich bestimmt nicht mehr lange glücklich weil dann würde ich ein Leben auf dem Sofa erleben so.
00:45:07: Weil geht ja nicht weiter!
00:45:09: Dadurch dass es aber Hilfsmittel gibt und ich den Roll Stuhl nehmen kann bin ich da schon ziemlich nah dran mein eigenes Glück organisieren zu können.
00:45:14: Menschen mit einer komplexeren Behinderung, die in größerer Größe von Unterstützung brauchen oder kognitiv behindert sind, die sind auch viel viel mehr angewiesen und brauchen viel viel dafür.
00:45:23: Aber warum sollte wenn sie diese Hilfe bekommen, warum sollte das nicht auch möglich sein?
00:45:27: Das Glück für sich selber genau zu entwickeln.
00:45:29: Wie seht ihr das?
00:45:30: Ja
00:45:30: der klassische Satz ist ja... Der Rollstuhlfahrer ist an den Rollstühlen gefesselt.
00:45:34: Großartig!
00:45:35: Also das Gesellschaftsbild und du hast gerade beschrieben dass eigentlich das Gegenteil der Fall ist es ein Hilfsmittel was einem ermöglicht überhaupt teilzuhaben am Leben.
00:45:43: in vielen Fällen Und bei mir, du hast die Metamorphose beschrieben war's ähnlich.
00:45:47: als Jugendlicher also ich bin erst Mitte zwanzig habe ich den Roll Stuhl gebraucht.
00:45:51: davor war ich auch dann in Anführung stich normalen Schule und so.
00:45:55: Und es ging alles noch, und damals habe ich mir immer gesagt um Gotteswillen wenn ich jemals in Rollstuhl komme dann hab' ich keine Lust mehr und dieses ganze Thema und Rückblicken muss ich auf jeden Fall sagen Ich habe das alles immer von mir weggeschoben aber als die Tage näher kam wo ich immer häufiger auch ein Rollstühl brauchte ich habe ja im Grunde so ein bisschen meine Berufung dann auch gefunden.
00:46:13: also ich wäre ja heute nicht in diesem Job an den ich wirklich glaube.
00:46:17: ich glaube an die Institution und daran dass wir was Gutes tun und da hätte ich ja nie hingefunden wenn ich das alles nicht durchgemacht hätte dass ich irgendwann akzeptiert hätte.
00:46:25: Und mein Leben ist ja heute nicht weniger wert als damals, im Gegenteil.
00:46:29: Ich glaube Wertigkeit, das ist auch immer so ein Ding.
00:46:31: Wenn wir denken in Kategorien, ist es noch lebenswert, im Rollschluss zu sitzen?
00:46:37: Also tatsächlich war es bei mir mit meiner Behinderung auch dazu gekommen, dass ich einfach mal eine jetzige Partnerin kennengelernt habe.
00:46:44: Eine Person die ich aus meinem Leben nicht mehr missen wollte.
00:46:46: und wir haben uns genau über dieses Thema gegenseitig mehr oder weniger kennengelernen weil ich hab meine Erfahrung gemacht Sie hat ihre Erfahrung gemacht, ihr wart die Diagnose mit neunzehn.
00:46:55: Mit vierundzwanzig war dann das Licht aus und ist später, glaube ich noch.
00:46:58: Und das ist halt eine Erfahrung, die kann man auch nicht mit jemandem teilen.
00:47:01: also was da in einem passiert weil es schwer zu beschreiben aber wenn du jemanden vor dir hast der das kennt also was du jetzt gerade erzählt hast, kenne ich ganz andere Ausprägung, ganz andere Behinderungen, ganz anderer Erkrankung.
00:47:11: Aber diese Gemeinsamkeit, die halt keine Worte bedarf, verbindet
00:47:16: genau dass das was du sagst Also was bei uns hier ja auch beschäftigten ist, ist dieser Leistungsgedanke Arbeitswelt immer eine sehr große Rolle spielt.
00:47:24: Und bei uns ist es so, wenn wir kleinste Aufgaben hier finden wo die Beschäftigten einfach Spaß dran haben also das Papierschreddern oder im Stadtteil unterwegs sein da geht's ja nicht um den Leistungsgedanken in erster Linie sondern daran Spaß bei der Arbeit zu haben und auch zusehen ich kann was leisten wenn es auch nicht jetzt im herkömmlichen Sinne Wirtschaftliche Arbeit ist.
00:47:47: Das erlebe ich hier so dass India Spaß macht.
00:47:51: Was macht
00:47:52: den Spaß?
00:47:52: Das ist so diese gute alte Vorbild.
00:47:54: Leistung ist gleich Arbeit durch Zeit, die muss man aufbrechen und dann kommt man auch in Richtung Glück oder Zufriedenheit.
00:48:00: Ich finde Glück ist ja immer sehr tragendes Wort.
00:48:02: also Gott wird das mein Leben total anstrengend finden wenn ich irgendwie ums zwanzig Stunden am Tag glücklich wäre.
00:48:07: Irgendwann denke ich auch echt langsam mal.
00:48:08: zufriedenheit ist glaube ich irgendwie für mich persönlich irgendwie so dass das Wort losgut du kannst bleiben zwischen den Glücksmomente.
00:48:14: Und sie
00:48:14: sagt ja auch noch sinngemäß das häufig der Ansatz ist Ratschläge zu geben wie das Leben verbessert werden könne einfach die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass jeder ohne Einschränkung von vornherein selbst entscheiden kann wie er leben möchte.
00:48:27: Da sind wir ja wieder bei dem Inklusionsgedanken und das Entscheidende völlig aus einem Blick gelassen wird.
00:48:33: Und was ich auch noch gut fand, dass es mehr Begegnungsmöglichkeiten geben müsste.
00:48:38: Das würden natürlich nicht nur für Verständnis sorgen und man einen anderen Blick aufeinander haben könnte.
00:48:43: Die Begegenungsmöglichkeiten fehlen ja auch generell häufig.
00:48:47: also wenn ich auch so gucke hier im Stadtteil ein, zwei Ecken.
00:48:50: Aber das ist so sehr Wohngebiet dass ich mir hier auch wünschen würde, dass es einfach Orte gäbe wo man öfter Zeit verbringen könnte oder wo man sich trifft um dann auch eben das Verständnis für einander in allen Bereichen mehr fördern
00:49:03: würde.".
00:49:04: Ja das Thema Begegnung ist wirklich sehr viel wert.
00:49:07: also wir separieren es halt.
00:49:08: Wir separieren nicht nur Stadtteil Schüler von Genasiasten, wir separiern halt auch im Gedanken der Leistungen behinderte Menschen von nicht behinderten Menschen.
00:49:16: Also ich bin schon einer aus meiner Bubble, der auch sehr viel Kritik daran erntet.
00:49:21: Dass ich jetzt nicht sage wir müssen alle Einrichtungen schließen!
00:49:23: Wir müssen WFBM schließen und ich habe mit sehr vielen Leuten zu tun die in der Werkstatt für benötigte Menschen sind.
00:49:28: und da hab' ich einige kennengelernt die sag' eigentlich will hier sein Ich schaffe es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht.
00:49:32: also eine gewisse Trennung ist schon wichtig so.
00:49:34: Ich finde das halt immer wichtig.
00:49:35: man muss gucken was will der einzelne Mensch?
00:49:38: Und ihm halt auch diese Zeit einräumen, dass er oder sie denn halt auch an dem Moment sagen kann was er will egal wie lange es braucht bei euch in der Tagesförderstätte.
00:49:47: Ich gucke jetzt gerade den Chris an!
00:49:48: Natürlich auch so.
00:49:49: Ihr räumt den Leuten wahrscheinlich Zeit ein, damit ihr rausfinden könnt wo seinen Interessen liegen, damit halt ein Wohlfühlgefühl entsteht.
00:49:56: und das braucht halt Zeit.
00:49:57: Du sagst es mir in einem Satz Ich finde es toll hier zu arbeiten.
00:50:00: du sagst ich find toll im Podcast zu machen Andere Leute brauchen eine Verlänger.
00:50:03: also Zeitfaktor ist ganz groß Und dann Begegnung schaffen.
00:50:06: Die Frage die
00:50:07: sich stellt ist wenn du jetzt hast wie FBM Findest du müsste noch sein?
00:50:11: Ich finde diese Einrichtungen hier sehe ich in der Perspektive nicht mehr sondern ich denke also das muss keine Sonderwelt geben.
00:50:17: Es könnte beständig die Möglichkeit, dass zum Beispiel jede Firma wie es jetzt ja politisch auch gewollt ist, Arbeitsplätze anbietet für Menschen mit Behinderung und sich nicht mehr freikauft davon.
00:50:26: Und da eben auch mit eingeschlossen ist das eben meinetwegen nicht ihr vierundzwanzig Menschen zusammensitzen alle eine geistige, mehrfach Beeinträchtigung haben.
00:50:35: Sondern das meine ich wegen bei der Post und was weiß ich für die großen Firmen aller Heisen jeweils vier oder fünf Menschen beschäftigt werden mit einer Beeintrechtigung und nicht mehr dieses Sonderwelten-Prinzip wie wir es jetzt hier am Moment
00:50:45: haben.".
00:50:46: Also vielleicht noch um meine Reputation wieder herzustellen auch weiterarbeiten zu können in dem Job den ich mache?
00:50:51: Für die Hörer da draußen... Ich befürworte die WFBMs so wie sie jetzt existieren auf keinen Fall überhaupt nicht!
00:50:57: Es ging mir letztendlich dass wir für Menschen die halt Schutzräume brauchen auch Schutzräumen weiter haben weil nämlich der erste Arbeitsmarkt so, wie er jetzt funktioniert ist ein Heiferspecken.
00:51:05: Und da laufen wir einfach Gefahr, dass die Leute einfach runtergehen.
00:51:09: Das ist das ist der Punkt.
00:51:10: So wie es jetzt ist dieser alte Dickmadamrwfbm da so ein bisschen nachher rumzuschnitzen und wir machen das hier noch mal ein bisschen an den Außenarbeitsplatz.
00:51:17: Aber das muss schon irgendwie anders laufen definitiv!
00:51:19: Wir brauchen einen inklusive Arbeitsfeld habe ich voll bei dir.
00:51:22: Ja das ist auch das wo ich denke, wo wir uns auch meine Aufgabe mit sind.
00:51:25: Ich bin jetzt hier und leite das gut, dass es diesen Arbeitsplatz gibt.
00:51:30: Aber die Perspektive sehe ich hier in zehn, fünfzehn Jahren.
00:51:33: Würde ich mir wünschen, dass wir eine andere Aufstellung haben?
00:51:36: Ja, das muss
00:51:36: nur in der Umsetzung gut gemacht werden, weil wir haben ja nichts gewonnen wenn die Großkonzerne das auf Dokt trainiert bekommen.
00:51:42: ihr müsst jetzt Menschen mit Behinderung integrieren, die dann am Ende aber nur im dunklen Camerlein sitzen und eigentlich abgeschoben werden sozusagen.
00:51:49: Genau!
00:51:50: Wollen
00:51:50: wir noch mal vielleicht ein bisschen zusammentragen was sich da schon an positiven Dingen getan hat?
00:51:55: Weil ich kann mir vorstellen du hast gesagt Der Blick zurück
00:52:16: ist.
00:52:16: im Grunde vor dreizig Jahren hat keiner Mensch mit Binderung ernst genommen.
00:52:19: Das hat sich mit der Krüppelbewegung, wie sie hieß dann geändert.
00:52:23: Es schwappte so aus Amerika rüber nach Europa und hat sich hier auch ... verbreitet, da es Menschen mit Behinderung eben für Selbstbestimmung eintraten und nicht mehr in Pflegeheimen abgestellt sein wollten.
00:52:34: Eben selbstbestimmt, nicht mehr fremdspürstimmt sein wollten.
00:52:37: so begangen diese ganze selbstbestimmte Lebenbewegungen.
00:52:39: Und auch wir haben noch Kunden von damals die halt sagen naja wir haben damals im Pflegeheim gewohnt und sind mit der Hack quasi unsere eigene Wohnung das erste mal gezogen Haben einen Job angefangen und konnten somit ihr Leben selbst gestalten.
00:52:53: dass ist natürlich nicht für alle möglich wenn man kognitiv so eingeschränkt ist, dass man das nicht selbst kann.
00:52:59: Dass man keine eigene Wohnung führen kann geht es nicht aber für die Menschen, für die das möglich ist sollte sie eben auch umgesetzt werden.
00:53:07: ganz kurz noch mal das hatten wir jetzt ja schon ein zwei Mal.
00:53:09: also wir reden jetzt relativ grundsätzlich darüber dass sowas natürlich dann auch vom gerade Einschränkungen abhängen was möglich ist und was nicht möglich ist Und welche Modelle vielleicht hilfreich sind.
00:53:19: und Christus das vorhin gesagt da gibt es bei einem bestimmten Einschrankungsgrad gar keine Wahl da großartig entscheiden zu lassen, sondern geht es darum natürlich die Situation einfach grundsätzlich zu verbessern.
00:53:30: Das ist nochmal wichtig zu sagen dass wir das jetzt hier nicht über einen Kamm scheren und dass das dann selbstverständlich auch von bestimmten Härtefällen Schwierigkeiten abhängt usw.
00:53:39: Ja Chris, erzähl du mal Du hast gesagt, du bist seit über dreißig Jahren jetzt in Alsterdorf tätig oder bei alsterdorff tätig?
00:53:46: Du hast bestimmt auch sehr viel gesehen.
00:53:48: was hat sich denn aus deiner Sicht da getan und verbessert?
00:53:51: also
00:53:51: allein dass es diese Einrichtung gibt in der wir jetzt hier sitzen Menschen hier beschäftigt werden, als ich angefangen habe gab es die Tagesförderung.
00:53:57: In dem Sinne nicht!
00:53:58: Da gab's eine sogenannte Beschäftigungstherapie wo jeder Mensch oder nicht jeder Mensch viele Menschen für eine oder zwei Stunden am Tag hingebracht wurden und ansonsten waren sie in ihren Wohngruppen und wurden teilweise geschlossen untergebracht auch ohne... also deshalb hab' ich das noch kennengelernt als ich die Ausbildung gemacht habe, ohne Unterbringungsbeschluss geschlossen, untergebrach fixiert so.. Das sind Sachen, die ist Gott sei Dank die
00:54:18: guten... Also Wachsäle noch?
00:54:20: ...nicht mehr gibt und wo wir auch nicht wieder hin wollen eine positive Entwicklung ist.
00:54:25: und dass dann, als ich angefangen habe hier in der Stiftung da gab es das Zentralgelände.
00:54:30: Und dann wurde so langsam das Außenwohngruppen, wie sie damals gab wo die ersten Menschen außerhalb der Einrichtungen gewohnt haben.
00:54:37: Und jetzt in den letzten thirty Jahren hat sich schon eine ganze Menge verändert.
00:54:42: Das ist eben ganz normale WGs gibt vor auch Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung in der Wohngruppe leben zu vier zu fünf mit Assistenz.
00:54:52: in die Wachsaal mit, weiß ich wieviel, sechs bis zwanzig Behinderte in einem Raum.
00:54:58: Also das hat sich schon in den letzten dreißig Jahren eine Menge getan
00:55:01: Ja, auf jeden Fall.
00:55:01: Also ich kenne tatsächlich auch so aus meinen Alzheimer-Zeiten und auch der älteren Herrn die ich damals kennengelernt habe irgendwie die dann auch noch von wirklich ganz ganz finsteren Zeiten überhaupt bei Pflegesituation erzählen.
00:55:12: Ich glaube sowieso also generell war die Zeit von binderten Menschen vor einigen Jahrzehnten wirklich sehr unterirdisch.
00:55:19: Also auch wenn ich jetzt durch die Vereinsarbeit mich mit ältern Menschen unterhalte, die einfach erzählt haben dass sie denn so mit vier fünf Jahren einfach so vier Fünfhundert Kilometer von zu Hause weg mussten weil Stadini Körperbinder in Schule gehabt, um einfach zur Schule gehen zu können.
00:55:33: Und sitzte dann da als kleines Mädchen oder als kleiner Junge weit weg von Zuhause, hast Heimweh und alle erzählen dir das Beste für dich so.
00:55:40: Da müssen wir nicht lange drüber nachdenken dass das für Kinder unterirdisch ist.
00:55:43: Es hat sich ja nun wirklich sehr viel getan.
00:55:45: ich glaube was Roman auch schon sagte ausschlaggebend war wirklich da auch diese Gruppelbewegung auch gerade diese wirklich damals wirklich sehr radikale Bewegungen die aus den Vereinigten Staaten hier rübergeschraubt sind also Menschen die sich fest gekettet haben an bei Entscheidungsträgern und so.
00:56:00: Und bis hin zu, dass jetzt sehr viele Nationen die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert haben wo man sich mehr oder weniger dran längst hangeln kann als Staat.
00:56:11: was ist eigentlich wichtig um behinderte Menschen eine Teilhabe zu erwirken was in einer Bundesrepublik dazu geführt hat das wir das Bundesteilhabegesetz haben SGB IX des sogenannte Bundesteihabegesets wo halt eben Sachen geregelt sind dass du ein Rechtsanspruch hast, eben selbstbestimmt an dieser Gesellschaft teilhaben zu wollen und zwar in der Geschwindigkeit die du brauchst.
00:56:35: Und in dem Ausmaße, die erforderlich
00:56:37: ist bei uns in der Stiftung.
00:56:38: das für mich gerade ein wo du sagst was diese sogenannte Schlangen groben Artikel in der Zeit Ende der Achtziger
00:56:44: Spiegelartikel
00:56:46: genau.
00:56:46: Das sind Schlange groben artikel?
00:56:48: Da haben sich Zivis und Mitarbeiter damals zusammen getan im Alsterdorf und haben über die Zustände dort der Zeitschrift berichtet und genau, das war so diese sogenannte Schlangengrubenartikel.
00:57:00: Und da hat sich dann eine ganze Menge also recht radikal dann auch ganz schnell...
00:57:05: Also es gab glaube ich einen sehr großen Ruck durch die Bevölkerung damals, durch diese wirklich schlimmen Verhältnisse, die es da gab.
00:57:10: Erzählte mal ein alter Mann von den Spreusecken.
00:57:12: Ich weiß nicht ob du den Begriff noch genstkrisst?
00:57:14: Das waren wirklich Plastiksäcke, die hatten keine Arme, keine Beine sondern die wurden wirklich über den Körper gezogen, hatten oben Klettverschluss und morgens wurden sie halt aufgemacht und dann wurdest du mit Gartenschlauch, wurdest Du denn, gabs in die Morgentolette.
00:57:26: Wir sprechen hier von Anfang der Siebzigerjahre, also nicht irgendwie eighteenhundert irgendwas Mittelalter sondern eigentlich in einer relativ nahen Vergangenheit.
00:57:35: Hab's
00:57:36: so gesehen?
00:57:36: Haben wir viel geschafft bis dahin?
00:57:37: Die ganze Menge ja!
00:57:39: Ist
00:57:39: auch ganz gut dass man sich das mal klar macht bei allem was momentan noch was wir gerne verbessert hätten aber schon die ganze Menge auf den Weg gebracht wurde.
00:57:47: Ja da sagst du was.
00:57:48: Das ist jetzt ja ein sehr versöhnlicher Abschluss.
00:57:51: Hier machen wir einen Break weil wir noch soviel zu bereden haben mal jetzt in zwei Folgen machen.
00:57:58: Es wird darum gehen welche Kritik die Behindertenverbände haben, ein Realität-Check wo noch deutlich Bedarfe sind, die Einordnung für Hamburg und was alles immer noch nicht so gut läuft.
00:58:08: Wir werden auch wieder einen weiteren Fachmann zu Wort kommen lassen nämlich Anri Rabe vom blinden und sehbehinderten Verein Hamburg.
00:58:15: das alles und noch viel mehr erfahrt ihr dann in der nächsten Folge.
00:58:19: Das zum technischen Teil.
00:58:20: Zum Abschluss möchte ich euch noch die obligatorische Frage stellen gibt es Antwort auf Fragen, die ich euch nicht gestellt
00:58:27: habe.
00:58:29: Ich würde eins noch erwähnen wollen weil wir über Kinder und Jugend und Entwicklung gesprochen haben aber nicht weitergemacht.
00:58:35: also sind bei Kindergarten und Schule stehen geblieben.
00:58:40: Menschen mit Beeinträchtigung.
00:58:41: Hier ist der entscheidende Punkt, der Wechsel von einer Schule in die Berufstätigkeit und die nicht vorhandene Möglichkeit für diesen Personenkreis eine Ausbildung zu machen.
00:58:49: Das heißt wenn du oder ich oder ihr aus der Schule kommen macht ja ein Studium eine Lehre was auch immer so eine Möglichkeit eine Ausbildung zum Machen.
00:58:58: Für den wir hier zuständig sind gibt es diese Möglichkeiten nicht Und da haben wir jetzt uns eine Lösung überlegt.
00:59:05: Es ist keine hundertprozentig gute Lösung aber das ist die Lösung die wir gefunden haben Qualifikationsbausteine.
00:59:10: Das heißt, unsere Menschen können hier in irgendeiner Art und Weise im Kochen, im Packen, im Hauswirtschaft, Garten, Tischlerei Bausteine qualifizierungsbausteinen absolvieren um überhaupt die Möglichkeit zu haben weiter dazuzulernen und dass diese Möglichkeit ist im Gesetz bei uns nicht vorhanden.
00:59:26: Bei mir wäre das Thema nochmal irgendwie die Brücke zu schlagen weil wir reden die ganze Zeit von Menschen ohne kognitive Einschränkungen aber mit Behinderung und Menschen mit kognitiven Einschränkungen und dass die Dienstleistungen vor allem unsere Dienstleistung nur für ohne kognitive Beeinträchtigung möglich ist.
00:59:41: Und meine Mundvorstellung wäre irgendwie da, eine Brücke zu schlagen so dass wir irgendwann nicht mehr diese Unterscheidung groß machen müssen sondern einen Fächer an Möglichkeiten anbieten können als Gesellschaft und sagen können hier wir haben für alles eine Lösung sozusagen und die Vermissigkeit derzeit.
00:59:56: Christoph?
00:59:57: Ja wenn du mich jetzt fragst was würde ich gerne gefragt werden dann ist das was ich mir vielleicht von der Gesellschaft wünschen würde, dass wir mehr darüber nachdenken.
01:00:08: Dass wir halt alle da sind unterschiedlich sind und das wir uns als Gesellschaft eben dafür entscheiden müssen oder im schlimmsten Falle natürlich auch dagegen entscheiden.
01:00:17: Eben halt, dass alle mit am Tisch sitzen können und dass alle dabei sein können wie Roman das im Prinzip sagt, dass wird irgendwann ein Fächer vom Hilfesystem aufbauen kann wo eben nicht mehr danach gefragt wird was kannst du eigentlich?
01:00:29: Und dass wir dann nicht mehr so defizitär direkt drüber nach denken jetzt tun, dass wir immer darüber nachdenken was kannst du denn nicht?
01:00:36: Sondern das ist viel nach vordergerichtet.
01:00:39: Was kannst Du denn?
01:00:41: Am Ende gehen wir nochmal an den Anfang der Folge zurück.
01:00:44: Vielleicht geht es auch nicht nur mir so, aber für mich fühlt es sich halt so an als hätten wir die Freude an Utopien dem rumphilosophieren was und wie unsere Welt sein sollte wie wir sie gerne hätten gänzlich verloren.
01:00:57: Wir leben in einer Zeit vieler Brüche und großer Veränderung.
01:01:00: ist es da nicht schön Vision davon zu haben wo's hingehen soll und wie es vielleicht besser sein könnte?
01:01:07: Öffnet der Fantasie die Tore seit kreativ und Ideen reich, denn nicht der Mensch muss passend für System gemacht werden.
01:01:13: Die Gesellschaft muss endlich so gestaltet werden dass das System für alle Menschen
01:01:18: passt.".
01:01:44: Wir bedanken uns für das Interesse der Zuhörenden und natürlich bei unseren Gästen Julia Kanz, Chris Schmitz bei Roman Barth und Christoph Dark.
01:01:53: Wenn es euch gefällt was wir hier machen sagt es gern weiter, gebt uns Feedback Lob Kritik und Anregung.
01:01:59: auch Themenvorschläge Für eure Folgen sind willkommen!
01:02:02: Wir machen das für euch im Stadtteil und natürlich darüber hinaus.
01:02:06: Ihr reicht uns unter podcast at barmbeek-süd.de, Süd mit OE oder Gastgeber von Marek Stockitzch Musik mit Mareks Stockitzsch und Raphael Jürgens.
01:02:15: dieses eine Gemeinschaftsproduktion des Bashcast Teams bleibt uns gewogen bis zur nächsten Folge Julia Kranz, Chris Schmitz bei Roman Bart und Christopher Darke.
01:02:56: Die kennen uns jetzt seit dreißig Jahren.
01:02:59: oder wenn du
01:03:01: eine Mutter davor hörst die kommt persönlich vorbei im Rollspiel zieh dich über den Tisch!
01:03:11: Julia Krant, Chris Schmidt bei Roman Barth
01:03:14: und Christoph
01:03:15: Dark.
01:03:18: So, jetzt krieg ich keinen Ärger.
01:03:20: Jetzt bist du safe.
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